Foto: Christian Richters

Preisträger BDA-Architekturpreis Nike 2010

Wiederaufbau Neues Museum

Berlin, Museumsinsel

Foto: Christian Richters
Projekt
Wiederaufbau Neues Museum
Architekten
David Chipperfield Architects, London und Berlin
Bauherr
Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vertreten durch das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung

Wiederaufbau Neues Museum

Das nach Plänen von Friedrich August Stüler errichtete Gebäude wurde durch Bomben schwer beschädigt. Die ungesicherte Kriegsruine war über Jahrzehnte der Witterung ausgesetzt. Zusammen mit der Kubatur des Gebäudes wurde auch der Säulengang zur Alten Nationalgalerie wiederhergestellt. Am Ufer der Spree ist mit dem geplanten Bau der James-Simon-Galerie beabsichtigt, die städtebauliche Situation vor der Freistellung des Gebäudes im Jahr 1938 zurückzugewinnen. Die bauzeitliche Raumfolge wurde durch die Ergänzungsbauten und die Restaurierung der Ruine wiederhergestellt. Der Neubau des Nordwestflügels fasst den Ägyptischen Hof ein, im Südosten schließt ein neuer Eckrisalit das Gebäudevolumen. Ein neuer Aufgang in der zentralen Treppenhalle erschließt die drei Ausstellungsgeschosse. Neu- und Einbauten sind aus großformatigen Betonfertigteilen in den Bestand gesetzt, die Fassaden der Ergänzungsbauten sind ziegelsichtig ausgeführt und orientieren sich in ihrer Gestaltung an den Proportionen des Bestandes. Erhaltene Raumgruppen und Bauteile wurden sorgfältig konserviert und nur behutsam ergänzt. Ausgangspunkt im Umgang mit dem Museumsbau ist die weitgehende Sicherung des Bestandes im vorgefundenen Zustand.

Foto: Christian Richters
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Preisträger

BDA-Architekturpreis Nike 2010 – Große Nike

Das Neue Museum entstand zwischen 1841 und 1859 nach Plänen Friedrich August Stülers. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, in Teilbereichen sogar unwiederbringlich zerstört. Die Wiederherstellung umfasst die Reparatur und Restaurierung der erhaltenen Teile sowie die Wiedergewinnung der ursprünglichen Raumfolge und des ursprünglichen Volumens durch Neubauteile, die den Altbestand ergänzen. Zudem wurde die Archäologische Promenade eingerichtet, welche das Neue Museum mit dem Neuen Eingangsgebäude und den anderen Häusern der Museumsinsel auf Sockelebene miteinander verbindet. Die Neubauräume wurden aus großformatigen Fertigteilen mit Beton aus Weißzement und sächsischem Marmor gefügt. In gleicher Weise wurde die Treppenanlage in der nur als Ziegelvolumen erhaltenen Treppenhalle neu wiederhergestellt. Als ziegelsichtige Volumen ergänzen der Nordwestflügel mit dem Ägyptischen Hof und dem Apollorisalit, die Apsis im Griechischen Hof und die Südkuppel die erhaltenen Teile. Im Oktober 2009 wurde das Neue Museum wiedereröffnet. Damit kehrten nach mehr als 60 Jahren die Sammlungen des Ägyptischen Museums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte an ihren historisch angestammten Ort zurück.