© Alessandra Chemollo

Nominierung BDA-Architekturpreis Nike 2010
Preisträger BDA PREIS BERLIN 2009

Mittelpunktbibliothek, Berlin

Berlin, Alter Markt 2

© Alessandra Chemollo
Projekt
Mittelpunktbibliothek, Berlin
Architekt
Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin
Bauherr
Land Berlin, Abteilung Umwelt, Grün und Immobilienwirtschaft

Mittelpunktbibliothek, Berlin

Natürliches Licht aus den Oberlichtern wird durch schmale Querrippen tief in den Lesesaal geführt. Ziegel, Beton und Holzkonstruktion sind mit dem gleichen warmweißen nicht deckend lasiert und werden damit zusammengebunden. Dabei bleiben alle Materialien erkennbar. Alles was trägt sieht man auch. Jedes Material spricht in der Sprache des Materials aus dem es besteht.

© Alessandra Chemollo
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© Alessandra Chemollo
© Alessandra Chemollo

Nominierung

BDA-Architekturpreis Nike 2010

Preisträger

BDA PREIS BERLIN 2009

Bericht der Jury: Die städtebaulich wirksame Neuordnung prägt den spezifischen Charakter des Orts, der durch seine Lage am historischen Altmarkt geprägt ist. An einem durch schlichte Fabrikgebäude geprägten Uferareal formuliert der Neubau mit der bestehenden Schule und dem „Hexenhaus“ sowohl funktional als städtebaulich ein neues Ganzes. Dies gelingt einerseits durch die Wiederherstellung der historischen Platzform sowie die Neuordnung des Altmarktes und die Herstellung eines grünen Hofbereiches. Die Art und Wahl der Verlegung des Bodenpflasters unterstützt in gelungener Weise diese Absicht. Im Inneren öffnet sich ein über drei Geschosse reichender Gesamtraum, der durch die raffinierte Anordnung von Lufträumen die Einheit des Raumes erlebbar macht, ohne die Abgrenzungen unterschiedlicher Lesebereiche zu verhindern. Die massive 64 Zentimeter starke Außenwand des Gebäudes aus Ziegelsteinen integriert das Gebäude in die Umgebung und stellt gleichzeitig den öffentlichen Charakter heraus. Die unterschiedlich großen und kompositorisch angeordneten Fenster bieten von Innen überraschende und reizvolle Ausblicke und strahlen bei aller Ernsthaftigkeit eine gewisse Heiterkeit aus. Dadurch erreichen es die Verfasser ein freundliches, und die unterschiedlichen Altersgruppen der Nutzer ansprechendes, öffentliches Haus zu errichten, das den öffentlichen Raum eindeutig als solchen kenntlich macht. Die gewählte Dachkonstruktion ist angemessen, aber gleichzeitig originell und unterstützt
wiederum die städtebauliche Integration.
Das Haus ist im Detail sorgfältig geplant. Von der Lichtführung durch die Dachkonstruktion aus Holzleimbindern bis zur Ausführung der Regale aus MDF folgt es einer konsequent, bescheidenen Detailbearbeitung.
Die Behandlung der Böden und Regale mit wohlriechenden Imprägnierungsmitteln führt darüber hinaus zu einem olfaktorischen Vergnügen.