Preisträger BDA-Architekturpreis Nike 2010

Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Berlin

Projekt
Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum, Berlin
Architekt
Max Dudler, Berlin
Bauherr
Humboldt-Universität zu Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Berlin

Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum

Der Vorschlag für das neue „Jacob und Wilhelm Grimm- Zentrum“ ist ein konzeptueller und städtebaulich gedachter Bibliotheks-Entwurf von skulpturaler Gestaltung, der das Selbstverständnis der Humboldt- Universität zu Berlin als traditionsreiche aber zugleich moderne und innovative Stätte für Lehre und Forschung von internationalem Rang gleichsam in ein Gebäude übersetzt.

Klar entwickelt sich das Gebäude aus dem Stadtgrundriß und ergibt sich harmonisch aus der Blockrandsituation. Zunächst schließt das „Grimm-Zentrum“ an die relativ geringe Höhe des Blocks an. Dann, betont durch einen Fassadenrücksprung, bildet sie eine zwar nicht solitäre, aber sich doch behauptende stadträumliche Figur aus, welche sich in der Höhe an wichtige öffentliche Bauten in Berlin orientiert.

Die Kompaktheit des Baukörpervolumens ermöglicht einen geräumigen Vorplatz zum Stadtbahnviadukt, der einerseits die städtebaulich wichtige Wegeverbindung zwischen der Friedrichstadt und der Museumsinsel herstellt und andererseits als Entreesituation für die Bibliothek dient. An diesen Vorplatz orientiert sich auch die 2-geschossige Eingangshalle und belebt mit ihren öffentlichen Funktionen das städtische Leben.Das Gebäude, mit einer klaren Symmetrie in der Mittelachse, überträgt seine inneren Funktionen subtil auch auf die Fassaden. Die Fensterbreiten variieren je nach Nutzung im Innern; dabei thematisiert das „Grimm-Zentrum“ in der Fassadengestaltung eine Selbstähnlichkeit mit der Typologie des Bücherregals, dessen Form sich ja wiederum aus der des Buches ergibt – weitergedacht führt das zur Anordnung der Zeilen, der Wörter, des einzelnen Buchstaben. So imitiert das Gebäude diese Typologie funktional erfüllt er die Anforderungen; und die Bücher der Bibliothek werden von außen bereits geradezu fühlbar.

 Trotz der enormen Gebäudetiefe und der inneren Möblierungsdichte wird eine größtmögliche Durchlässigkeit erreicht. So wird dem Besucher an fast jedem beliebigem Standpunkt eine Aussicht aus – bzw. eine Durchsicht durch das Gebäude ermöglicht. Jedoch werden alle Blicke auf das Herzstück der Bibliothek gelenkt, dem Zentralen Lesesaal, der durch seine symmetrische Anordnung nicht nur eine Form des Gegenübers, sondern auch einen gemeinschaftlichen kulturellen Ort im Sinne der „alten Bibliothek“ schafft.

Herzstück des Gebäudes bildet der zentrale Lesesaal, der in seinem Ursprung aus der Sehnsucht nach dem „Lesen unter dem freien Himmel“ entsprungen ist, und jetzt, vom Glasdach überspannt, den Nutzern den Blick in den Himmel gestattet.

Die Abstufung der Leseterrassen im zentralen Lesesaal erlaubt durchgängig jeweils eine direkte Verbindung von den Bücherregalen zu den dezentralen Arbeitsräumen und ruhigen Leseterrassen. Es vereint die heutige Diskussion von dezentralen und zentralen Raumkonzepten.

Als Kontrast zum introvertierten, zentralen Lesesaal bestehen flexibel erweiterbare, individuelle Lese- Inseln an der Fassade mit Blick über die Stadt. Ein weiteres Raumkonzept zum Lesen ist oberhalb der Traufhöhe in Form des an der Südfassade liegenden Forschungslesesaales realisiert, der dem Leser eine großzügige Aussicht auf die Stadtlandschaft  Berlins gestattet.

Die Ruhe und Beherrschtheit des Entwurfes wird durch die Reduzierung auf den Farbkanon weiß- schwarzgrau,  rötlichem Holz  und dunkelrot bzw. dunkelgrün gehaltenen Möbeloberflächen unterstrichen.

Die Freihandbereiche sind sparsam mit glatten schwarzen Linoleumböden, matten schwarzgrauen Stahlblech- Bücherregalen und weiß gestrichenen Wänden und Decken gehalten.

Foto: Stefan Müller
Foto: Stefan Müller

Preisträger

BDA-Architekturpreis Nike 2010 – Nike für die beste stadtbauliche Interpretation

In dieser Kategorie werden Bauten oder städtebauliche Planungen ausgezeichnet, die bestehende urbane oder landschaftliche Situationen besonders eindrücklich aufnehmen, verbessern, neu prägen oder grundsätzlich positiv verändern.

Der Vorschlag für das neue „Jacob und Wilhelm Grimm- Zentrum“ ist ein konzeptueller und städtebaulich gedachter Bibliotheks-Entwurf von skulpturaler Gestaltung, der das Selbstverständnis der Humboldt- Universität zu Berlin als traditionsreiche aber zugleich moderne und innovative Stätte für Lehre und Forschung von internationalem Rang gleichsam in ein Gebäude übersetzt.

Klar entwickelt sich das Gebäude aus dem Stadtgrundriß und ergibt sich harmonisch aus der Blockrandsituation. Zunächst schließt das „Grimm-Zentrum“ an die relativ geringe Höhe des Blocks an. Dann, betont durch einen Fassadenrücksprung, bildet sie eine zwar nicht solitäre, aber sich doch behauptende stadträumliche Figur aus, welche sich in der Höhe an wichtige öffentliche Bauten in Berlin orientiert.

Die Kompaktheit des Baukörpervolumens ermöglicht einen geräumigen Vorplatz zum Stadtbahnviadukt, der einerseits die städtebaulich wichtige Wegeverbindung zwischen der Friedrichstadt und der Museumsinsel herstellt und andererseits als Entreesituation für die Bibliothek dient. An diesen Vorplatz orientiert sich auch die 2-geschossige Eingangshalle und belebt mit ihren öffentlichen Funktionen das städtische Leben.Das Gebäude, mit einer klaren Symmetrie in der Mittelachse, überträgt seine inneren Funktionen subtil auch auf die Fassaden. Die Fensterbreiten variieren je nach Nutzung im Innern; dabei thematisiert das „Grimm-Zentrum“ in der Fassadengestaltung eine Selbstähnlichkeit mit der Typologie des Bücherregals, dessen Form sich ja wiederum aus der des Buches ergibt – weitergedacht führt das zur Anordnung der Zeilen, der Wörter, des einzelnen Buchstaben. So imitiert das Gebäude diese Typologie funktional erfüllt er die Anforderungen; und die Bücher der Bibliothek werden von außen bereits geradezu fühlbar.

 Trotz der enormen Gebäudetiefe und der inneren Möblierungsdichte wird eine größtmögliche Durchlässigkeit erreicht. So wird dem Besucher an fast jedem beliebigem Standpunkt eine Aussicht aus - bzw. eine Durchsicht durch das Gebäude ermöglicht. Jedoch werden alle Blicke auf das Herzstück der Bibliothek gelenkt, dem Zentralen Lesesaal, der durch seine symmetrische Anordnung nicht nur eine Form des Gegenübers, sondern auch einen gemeinschaftlichen kulturellen Ort im Sinne der „alten Bibliothek“ schafft.

Herzstück des Gebäudes bildet der zentrale Lesesaal, der in seinem Ursprung aus der Sehnsucht nach dem „Lesen unter dem freien Himmel“ entsprungen ist, und jetzt, vom Glasdach überspannt, den Nutzern den Blick in den Himmel gestattet.

Die Abstufung der Leseterrassen im zentralen Lesesaal erlaubt durchgängig jeweils eine direkte Verbindung von den Bücherregalen zu den dezentralen Arbeitsräumen und ruhigen Leseterrassen. Es vereint die heutige Diskussion von dezentralen und zentralen Raumkonzepten.

Als Kontrast zum introvertierten, zentralen Lesesaal bestehen flexibel erweiterbare, individuelle Lese- Inseln an der Fassade mit Blick über die Stadt. Ein weiteres Raumkonzept zum Lesen ist oberhalb der Traufhöhe in Form des an der Südfassade liegenden Forschungslesesaales realisiert, der dem Leser eine großzügige Aussicht auf die Stadtlandschaft  Berlins gestattet.

Die Ruhe und Beherrschtheit des Entwurfes wird durch die Reduzierung auf den Farbkanon weiß- schwarzgrau,  rötlichem Holz  und dunkelrot bzw. dunkelgrün gehaltenen Möbeloberflächen unterstrichen.

Die Freihandbereiche sind sparsam mit glatten schwarzen Linoleumböden, matten schwarzgrauen Stahlblech- Bücherregalen und weiß gestrichenen Wänden und Decken gehalten.