Foto: Han Slawik

Nominierung BDA-Architekturpreis Nike 2010

HomeBox – Mobiles Minihaus im Holzcontainer, ortsungebunden

ortsungebunden

Foto: Han Slawik
Projekt
HomeBox - Mobiles Minihaus im Holzcontainer, ortsungebunden
Architekt
Slawik Architekten, Hannover
Bauherr
Prof. Han Slawik, Hannover

HomeBox – Mobiles Minihaus im Holzcontainer, ortsungebunden

Mobiles Minihaus im Holzcontainer

In den Maßen eines international genormten Frachtcontainers ist ein Container in Holzbauweise in unterschiedlichen Varianten zu Wohnzwecken entwickelt worden. Die Box kann mit genormten Hebe- und Transportmitteln weltweit transportiert und aufgestellt werden. Für diese Objekte gibt es keine direkten Vorbilder und Erfahrungen, auf die zurückgegriffen werden konnte. Die ersten Boxen haben deswegen die Aufgabe eines Baulaboratoriums für Experimente. Es werden Materialien und Konstruktionen verwendet, die für den konventionellen Bau untypisch sind. Man kann fast alle Bauteile als Prototypen ansehen.

Warum Holzcontainer?

Weltweit sind fast ausschließlich Stahlcontainer im Einsatz. Abnutzung, Reparatur und Unterhalt bei Stahlwerkstoffen sind ungünstiger (Materialbeschaffung, Schweißen usw.) als bei Holzwerkstoffen. Nicht ohne Grund gibt es in Dritte-Welt-Ländern z.B. Holzkarosserien auch bei Kraftfahrzeugen oder Holzrahmen bei Fahrrädern. Mit Holz kann billiger und einfacher repariert werden. Wohnen in Holzwänden ist angenehmer und gesünder als in einer Hülle aus Stahl. Holzcontainer lassen sich einfacher und kostengünstiger variieren, anpassen und umbauen und Holz ist als nachwachsender Rohstoff zudem umweltfreundlicher. Abmessungen und Verbindungsmittel erlauben die Lagerung und den Transport weltweit. Von der Bauart, Einrichtung und dem Handling sind die HomeBoxen zwischen Wohnmobilen und Kleinen Häusern anzusiedeln. Sie werden nicht täglich umgesetzt, bieten aber die Architektur und Bautechnik eines einfachen Hauses.

Städtebauliches Konzept

Der Container ist ortsunabhängig entworfen. Eine vertikal gestellte Wohnbox braucht wenig Grundfläche (‚Footprint’) und könnte solitär als ‚Nomade’ in städtischer oder landschaftlicher Situation stehen. Baulücken oder städtische Brachflächen könnten bis zu einer endgültigen Bestimmung temporär mit HomeBox(en) genutzt werden. Bei einer Gruppe von HomeBoxen sind verschiedene städtebauliche Konfigurationen denkbar (Stadträume: Gasse, Weg, Straße, Platz. Bauformen: Block, Hof, Zeile/Reihe, Freistehend). Bei Großveranstaltungen – wie z. B. Fußball- WM, Expo, Olympiade – könnten weltweit ganze Container-Städte oder- dörfer temporär als Hotels oder Herbergen errichtet werden.

Funktionales Konzept

Die HomeBox1 ist in 3 gleich hohe Ebenen, Box 2 mit unterschiedlichen Raumhöhen aufgeteilt und Box 3 mit Lichtkuppeln ist in der Planung. Die Versorgungseinheiten (Sanitärraum, Pantry-Küche) und der Essplatz liegen in der unteren Ebene, der Schlafbereich in der mittleren Ebene und der Aufenthaltsbereich in der obersten Ebene. Hierdurch ergibt sich eine vertikal unterschiedliche Zonierung: Zugang und Versorgung mit größerem Kontakt zum öffentlichen Bereich, der Aufenthaltsraum – beruhigt und wie ein Turmzimmer – im oberen privaten Bereich mit Ausblick und Besonnung. Die Verbindung der Ebenen erfolgt über einfache geradläufige Treppen. HomeBoxen können kombiniert genutzt und somit Treppen eingespart werden. Separate Treppentürme könnten mehrere Boxen gleichzeitig erschließen.

Konstruktives Konzept

Tragwerk: Die tragenden Bauteile bestehen aus Dickholzwänden und -decken. An den Ecken der Wohnbox befinden sich Stahl-ISO-Container-Corners, damit die Boxen per LKW, Bahn oder Schiff transportiert werden und standardisierte Hebewerkzeuge (z.B. stationärer oder mobiler Kran) diese verladen und aufrichten können. Die Corners sind mit Hilfe von angeschweißten Blechen und Bohrungen mit den Holzwänden verschraubt. Ein einzelnes Blech ist so ausgelegt, dass es die gesamte Box tragen kann.

Foto: Han Slawik
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Fotograf: Han Slawik
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Fotograf: Han Slawik

Nominierung

BDA-Architekturpreis Nike 2010