Stefan Müller, Berlin

Shortlist BDA-Architekturpreis Rheinland-Pfalz 2012

Hambacher Schloss

Neustadt

Stefan Müller, Berlin

Hambacher Schloss

Neustadt
Projekt
Hambacher Schloss
Architekt
Max Dudler
Bauherr
Stiftung Hambacher Schloss

Das Hambacher Schloss, Schauplatz des „Nationalfests der Deutschen“, repräsentiert in einzigartiger Weise deutsche und europäische Geschichte. Das Konzept zu Umbau und Erweiterung des berühmten denkmalgeschützten Ensembles geht auf die Initiative der Stiftung Hambacher Schloss zurück, in deren Eigentum das Schloss sich seit dem Jahr 2002 befindet.

Das Vorhaben unterteilt sich in drei Phasen: In der ersten Phase wurde der überlieferte Bestand des Schlosses behutsam auf die Originalsubstanz zurückgeführt. Eine neue barrierefreie Erschließung wurde realisiert und der große Festsaal mit seinen charakteristischen Bruchsteinwänden für Veranstaltungen ausgestattet. Für sämtliche Eingriffe wurden die im Schloss vorgefundenen Materialien Sandstein und Holz aufgegriffen und in zeitgenössischer Interpretation neu verwendet. Die zweite, realisierte Phase umfasst den Neubau für ein Restaurant mit der für die heutige touristische Nutzung erforderlichen Infrastruktur. In der dritten noch ausstehenden Phase wird ein Entréegebäude an der äußeren Ringmauer errichtet.

Die konzeptionelle Idee fur den Weiterbau des Ensembles greift das vor Ort aufgefundene Motiv der Wehrmauer als architektonisches Thema auf: Die Wehrmauern wurden gewissermaßen nachgezeichnet, aufgedoppelt und in ein plastisch durchgeformtes Gebäude von nutzbarer Raumtiefe verwandelt. Nach diesem Prinzip entstand das neue Restaurant ,“1832″ mit vorgelagerter Terrasse. Für die Fassaden wurde der gelbe Leistadter Sandstein des Schlosses in maschinell gespaltener Form verwendet. Das Bruchsteinmauerwerk des Altbaus erscheint dadurch im Neubau in einer zeitgenössischen Form wieder. Talseitig weist der Neubau tief eingeschnittene Fensteröffnungen auf, die innenbündig verglast sind. Von außen betrachtet scheinen sie rahmenlos in den monolithisch wirkenden Körper geschnitten.

Vom lnnenraum aus betrachtet erscheinen die Fenster fast wie Gemälde. Jedes Einzelne rahmt Ausschnitte der fantastischen Landschaft. Ausbau und Möblierung wurden durchgängig eigens für das Gebäude geplant.

Das Projekt „Hambacher Schloss“, kann als gelungener Beitrag zum Bauen im historischen Kontext angesehen werden. In seiner ersten Phase gelingt es, den Bestand zu bereinigen und durch behutsame architektonische Eingriffe vorsichtig neu zu definieren. In seiner zweiten Phase erweitert der plastisch wirkende Neubau für Restaurant mit Aussichtsterrasse das historische Ensemble auf zurückhaltende Art und Weise. Die Idee des Hauses als Mauer fügt sich fast wie von selbst in die Bestandssituation.

Mit angemessenen Mitteln und einer sorgfältigen Detailausbildung entstand ein Umbau mit Erweiterung, der die historischen Wurzeln respektiert und dabei neue architektonische Akzente selbstbewusst und überzeugend ergänzt.

Stefan Müller, Berlin
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Shortlist

BDA-Architekturpreis Rheinland-Pfalz 2012