Foto: Anton Mirwald

Preisträger BDA Preis Bayern 2016
Preisträger Regionalpreis Niederbayern-Oberpfalz 2015

Burgsaal Parsberg

Parsberg

Foto: Anton Mirwald
Projekt
Burgsaal Parsberg
Architekt
Architektengemeinschaft Gebauer.Wegerer.Wittmann
Bauherr
Stadt Parsberg

Burgsaal Parsberg

Das Burgareal, bestehend aus Bergfried, Burggärten, Schlossanlage und Kirche, bildet das Herzstück der Stadt Parsberg. Um das am Burg Berg der Stadt gelegene Gebiet auch in Zukunft als Veranstaltungsort nutzen zu können bestand der Bedarf eines multifunktionalen Veranstaltungsgebäudes. Ziel war es durch die Orientierung des Neubaus um den Bergfried, sowohl die Gebäudestellung der historischen Schlossanlage entlang des Bergfrieds fortzuführen, als auch eine neue Freifläche mit hoher Aufenthaltsqualität vor historischer Kulisse und Ausblick auf die Stadt zu schaffen. Durch die reduzierte Materialität und die geringe Gebäudehöhe ordnet sich das Gebäude dem historischen Bestand unter. Die Natursteinfassade aus regionalem Jura Kalkstein und das flach geneigte Grün Dach setzen den Charakter der bestehenden Burganlage mit den Abfolgen von Burgmauern und Grünflächen fort. Das Gebäude soll sich in das Gesamtensemble der Burganlage behutsam einfügen, jedoch durch die Ausformung der Details eindeutig als zeitgemäße Architektur erkennbar bleiben und somit die lange Tradition der Umbauten und Erweiterungen der Burganlage fortsetzen.

Foto: Anton Mirwald
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Preisträger

BDA Preis Bayern 2016 – Bauen im Bestand / Denkmal

Beurteilung der Jury:
Manchmal muss man sentimentale Opfer bringen, um mit Architektur neues Glück zu zeugen. An der Stelle unterhalb der Parsberger Burgruine und neben dem verwinkelten Schloss stand bis vor einigen Jahre ein altes Wirtshaus, auf dessen Tanzboden so manche Parsberger Liebe gestiftet wurde. Der Abbruch des Erinnerungsstücks, das leider nicht mehr besonders in Schuß war und außerdem den freien Blick ins Tal versperrte, musste deswegen mit einem überzeugenden Angebot emotional verständlich gemacht werden. Dieses Angebot ist ein großer öffentlicher Platz, der durch die organische Anpassung des neuen Gemeindesaals an den Berg und einen seitlichen Küchenflügel ermöglicht wurde.
Verkleidet in einem lokalen hellen Jura-Kalkstein, der mit den Burgresten und den Mauersteinen des terrassenförmigen Kirchhofs davor ein Facettenspiel graugelber Farbtöne ergibt, ist der eigentliche Saal ein sehr funktionaler, holzverkleideter Raum, der durch das Panorama hinter seiner großen Eckscheibe Erhabenheit gewinnt. Das Gebäude, das bewusst niedrig gehalten wurde, um sich harmonisch in das abgstufte Gebäudeensemble unterhalb des Burgfrieds zu fügen, schmiegt seine Nebenräume an die Rundung des Bergmassivs und kann sich bei Veranstaltungen auf den Platz öffen. Ein großes Schaufenster zur Felswand im Saal bewahrt die Präsenz des Bergs auch innen.
Was an dem neuen Veranstaltungsgebäude Bauen im Bestand sein soll, erkennt man erst im Keller. Der einst verfüllte Burggraben sowie darüber liegende geziegelte Tonnengewölbe wurden von den Architekten für Veranstaltungen hergerichtet und verdreifachen die Fläche des neuen Zentrums ins Erdreich mit roh belassenen Räumen. Die zwei „Erd“-Geschosse sind durch einem Steg und eine Treppe mit den lauschigen Terrassen am Kirchhof verbunden, so dass Parsberg nun ein vielfältiges Angebot an speziellen Räumen für jeden Anlass besitzt. Sicher auch für das Keimen junger Liebe.

Preisträger

Regionalpreis Niederbayern-Oberpfalz 2015 – Regionalpreis Oberpfalz – Auszeichnung

Jurybeurteilung
Die historische Burganlage bestehend aus Bergfried, Burggärten, Schlossanlage und Kirche , bildet das Zentrum/Herzstück/Mitte der Stadt Parsberg. Die neuen Gebäude stellen eine wichtige  Infrastruktureinrichtung dar, die es ermöglicht, den Bestand auch weiterhin als Veranstaltungsort zu nutzen. Sie führen geschickt die Gebäudestruktur der historischen Schlossanlage entlang des Bergfrieds fort und schaffen eine Freifläche mit hoher Aufenthaltsqualität vor historischer Kulisse mit Panoramaaussicht auf die Stadt Parsberg. Die reduzierte Materialität sowie die geringe Gebäudehöhe tragen entscheidend zur gelungenen Integration in die historische Baustruktur bei. Mit seiner Natursteinvorsatzschale aus regionalem Jurakalkstein nehmen die Neubauten den Charakter der vorhanden Burg- und Stützmauern auf, sind dabei aber klar als gelungene zeitgemäße Architektur erkennbar.

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