Nominierung BDA-Architekturpreis Nike 2010

Besucherzentrum Arche Nebra

Wangen, An der Steinklöbe 16

Projekt
Besucherzentrum Arche Nebra
Architekt
Holzer Kobler Architekturen
Bauherr
Kreisverwaltung des Burgenlandes

Besucherzentrum Arche Nebra

Von Feldern und Wiesen umgeben, ist das Besucherzentrum Arche Nebra an exponierter Lage vor der Geländekante zur Unstrut bei Wangen, am Fuße des Mittelbergs errichtet.  Es ist wie ein Periskop gegen den Mittelberg, den Fundort der Himmelsscheibe von Nebra gerichtet. Dort bildet der an höchster Stelle gebaute, 30 m hohe Aussichtsturm das Zentrum der Waldlichtung. Das Besucherzentrum Arche Nebra und der Aussichtsturm an der Fundstelle sollen die Geschichte der Himmelsscheibe und des Ortes der Nutzung der Himmelsscheibe erlebbar machen. Mit ihren kühnen Geometrien stehen die beiden Bauten für die Faszination von Astronomie und Archäologie, für die Verbindung von Himmel und Erde, für die Messung von Zeit und für das Erforschen längst vergangener Zeiten.

 Das Besucherzentrum Arche Nebra greift die signifikante Formensprache der Himmelsscheibe auf und setzt eines ihrer zentralen Bildelemente, die Sonnenbarke, architektonisch um. Dank ihres kaum sichtbaren, mit rauem Putz verkleideten Sockels scheint die Barke gleichsam über dem Unstruttal zwischen Himmel und Erde zu schweben. Über dem Sockel sitzt das transparente Erdgeschoss. Es tritt architektonisch in den Hintergrund und lenkt die Aufmerksamkeit auf den schwebenden Baukörper. Zwei Joche tragen die 60 Meter lange Barke und verteilen ihr Gewicht von 4000 Tonnen auf drei Stützen und das Treppenhaus. Die gegenläufig geneigten Wandflächen und die ansteigenden Dachebenen des Besucherzentrums sind zentrale Gestaltungsmittel, die dem Gebäude ein dynamisches äußeres Erscheinungsbild und im Innern ein räumliches Erlebnis verleihen.

Das Besucherzentrum befindet sich nahe bei und der Aussichtsturm innerhalb eines Naturschutzgebiets. Aus diesem Grund wurde bei beiden Bauten auf eine Nachtbeleuchtung verzichtet. Besucherzentrum und Aussichtsturm sind ausschließlich zu Fuß oder mit einem Shuttlebus erreichbar. Das Gebäude wird ohne fossile Energien allein mit Erdwärme geheizt und gekühlt und ohne Klimageräte belüftet. Eine kompakte, gut isolierte Hülle mit Wärmeschutzverglasung ermöglicht ökonomische Unterhaltskosten. Alle Räume außer den Infrastrukturräumen, Technikräumen und dem Planetarium sind Tageslichträume.

Die Ausstrahlungskraft der Arche Nebra reicht weit über die Region von Halle hinaus. Die innovative Gestaltung des Gebäudes verfügt über einen hohen Wiedererkennungswert und lässt sich mit wenig finanziellen Mitteln sehr gut und nachhaltig vermarkten. Anhand des neuen Besucherzentrums wird der Tourismus belebt und die dadurch gesteigerte Attraktivität der Gegend in der Öffentlichkeit verankert. Die wunderschöne Landschaft und ihre kulturgeschichtliche Bedeutung werden von den Besucher/Innen neu entdeckt und wahrgenommen. Die Arche Nebra setzt hierfür ein markantes Zeichen und avanciert zum Anziehungspunkt der Region.

Nominierung

BDA-Architekturpreis Nike 2010